Glück und Glas
Die Hitze draußen ist erheblich. Gut, hier in der Kellerweft zu sitzen und ganz ohne Klimaanlage 22 Grad zu haben. Langsam gehen die Arbeiten am Aufbau voran. So ganz halte ich mein neues Credo „jeden Tag irgendwas am Kreuzer machen“ nicht durch, aber im Moment läuft’s ganz gut.
Meiner üblichen Arbeitsweise entsprechend, mache ich viele Dinge natürlich zum zweiten Mal… Beim Einpassen der Inneneinrichtung zum Beispiel habe ich die schon komplett verlegte Beleuchtungsanlage am Aufbau an einigen Stellen wieder auseinandernehmen müssen. Planung war noch nie meine Stärke.
Aber über die letzten paar Tage habe ich mich tatsächlich erfolgreich durch die Lampenanschlüsse gearbeitet, einiges neu verkabelt, die Anzahl der Konstantstromquellen reduziert (immerhin läuft das ganze System ja mit 12 Volt, da kann man 4 LEDs an eine KSQ in Reihe hängen).
Die Seitenscheinwerfer, Opfer meiner Dachrand-Neulackierung bzw. unegalen Pranken, sind inzwischen nachgebaut, nachgedruckt und mit LEDs versehen. Erst relativ spät fällt mir auf, dass die beim Bausatz beiliegenden Scheinwerfer zu groß sind (vermutlich halt wieder Ausführung „HEDDE“) und die BERLIN deutlich kleinere Modelle mit je drei LED-Lichtquellen besitzt. Da man das aber relativ einfach nachträglich ändern kann, bleibt’s erstmal so wie es ist.
Für die DOSE-Hauptscheinwerfer habe ich am Schwenkantrieb weitergearbeitet, Robert hat da eine geniale Konstruktion entwickelt, die sich ganz flach macht und vielleicht sogar unter ein von mir konstruiertes Deckenpanel passt, auch im Original ist im vorderen Bereich der Brücke die Decke abgesenkt, diesen Umstand kann man nutzen. Dazu später mehr.
Die Hauptscheinwerfer kommen aber sowieso erst ganz zum Schluß aufs Dach. Immerhin kann ich inzwischen meine Neigung zu großen und kleinen Desastern so weit einschätzen, dass es wohl mehr so mittelgut wäre, zwei wundervoll filigrane, maßstäbliche Scheinwerfer aus Resindruckteilen von einer Struktur aufragen zu lassen, die ich noch etliche Male drehen und wenden werde, bevor sie fertig ausgestattet ist. Auch die Seitenscheinwerfer ruhen exakt aus dem selben Grund erstmal noch in der Bastelkiste, da habe ich ja bereits Lehrgeld bezahlt.
Nächster Halt: Fensterscheiben. Jetzt kommt es – wie schon beim Bau der Inneneinrichtung – doch zum einen oder anderen Punkt, wo ich mich ernsthaft frage, ob es nicht doch besser gewesen wäre, einfach die beiliegenden, schwarzen Scheiben reinzukleben und fertig wäre das Ding gewesen…
Nachdem ich kaum zwei Stunden später die – klaren – Scheiben drin und sogar nur ein paar dabei mit Kleberspuren verziert habe (grrr!) ist mir dann aber klar: Es ist den Aufwand schon wert. Die Scheiben habe ich wie so viele Dinge von meinem Freund Robert bekommen, der hat welche für seine Berlin gemacht und einfach einen Satz für mich mit. So isser, der Robert. Und hat mich dabei effektiv davor bewahrt, mir schon beim Zuschneiden der Scheiben die Ohren zu brechen. So war es dann mit etwas Nacharbeit und ein bißchen Einpassen getan, ein Spaziergang…

Damit ist der Punkt erreicht, an dem als nächstes die Pogopins für den Mast reinkommen und dann die Inneneinrichtung eingepasst werden kann. Eigentlich müssen aber die Scheinwerfer vorher montiert werden… Wie sang Stefan Stoppok eins so treffend. „Ärger, du kannst mich nicht anschmier’n – ich weiß, dass du schon hinter der nächsten Ecke stehst…“ Ich glaube, ich werde überstülpbare Schutzhüllen entwickeln, auch im Hinblick auf spätere Transporte des Schiffes.