Kein kleines Licht

Kein kleines Licht

Am Mast und Aufbau des Kreuzers befinden sich in jeder Richtung starke Lichtstrahler, die in der Lage sind, das Deck taghell zu beleuchten. Früher wären das Halogenbrenner gewesen, heute nimmt man auch hier starke LEDs für maximale Effizienz.

Dem Bausatz liegen die Strahler als 3D-Teile bei, allerdings aus Vollmaterial. Man kann also nicht einfach LEDs reinkleben, um sie funktionsfähig zu bekommen. Außerdem ist der Haltebügel fest angeformt.

Ich habe diese Strahler wie alles an dem Schiff zweimal bearbeitet: Zuerst habe ich die Resindruckteile ein Stückchen „ausgedremelt“ und mit je einer rechteckigen SMD-LED versehen. Dann eine etwas unförmige, aus klarem PETG gedruckte „Scheibenhaube“ draufgepackt und das Ganze machte Licht. Das war aber auch schon alles, was man halbwegs auf der Erfolgsseite verbuchen konnte. Die filigranen Haltebügel erkannten auch schnell den Pfusch und stellten ihre Arbeit ein, indem sie bei der kleinsten Berührung einfach abbrachen.

Also – wie üblich – alles auf Start. Inzwischen mit einem deutlich besseren 3D-Druck-Equipment versehen, habe ich den Scheinwerfer erstmal in FreeCAD neu konstruiert, nebst getrenntem Haltebügel und flacher Streuscheibe. Erfreulich: Jetzt passen zwei LEDs entspannt nebeneinander rein und die Lampe ist im einklipsbaren Halter sogar schwenkbar. Da die Originallampe eine charakteristische schwarze Dichtung hat, habe ich sie gleich mal zweifarbig gedruckt.

Zwei superhelle SMD-LEDs der Baugröße 5630 löte ich in Reihe zusammen – obacht, die Dinger sind furchtbar empfindlich und sterben gerne beim direkten Löten – und packe sie dann in das Lampengehäuse. Für die Zuleitungen gibt’s ein Loch in der Rückwand. Fixieren mit einem Tropfen dickflüssigem Sekundenkleber. Nach sorgfältiger Trocknung desselben (sonst gibt es Ausgasungsspuren an der Streuscheibe) kann man die Scheibe rerinkleben, dazu nehme ich speziellen, nicht gasenden Sekundenkleber für klare Teile – UV-Kleber ginge auch.

Und dann wird es ganz schön hell… Die BERLIN hat die Seitenstrahler im Mast und die Front- und Heckstrahler an der jeweiligen Dachkante. Das ist aber bei verschiedenen Schiffen unterschiedlich gelöst, ich habe auch den achtern schauenden Strahler schon am Mast befestigt gesehen.

Wichtig anzumerken wäre dabei, dass die 3D-gedruckten Lampengehäuse unbedingt lichtdicht gemacht werden müssen. Dazu drücke ich sie mit der Öffnung nach unten auf ein Stück Klebeband, das ich auf einer Holzlatte befestige. Vorher klebe ich die Löcher für die Halterung an der Seite und das für die Kabeldurchführung auf der Rückseite von innen zu. Dann gibt es erstmal zwei Schichten mattschwarze Sprühfarbe und abschließend eine Lackierung in RAL 9010 reinweiß. Wenn man das nicht macht, sehen die Dinger nachher aus wie Lampions…

Im Original sind die Strahler natürlich mit einem LED-Array versehen. Das hätte man natürlich aufwändig mit winzigen SMD-LEDs oder mit einer Blende vor den Flach-LEDs nachbilden können. Da die Strahler nach unten aufs Deck schauen und man sie praktisch nicht von unten zu sehen bekommt, habe ich mir das gespart.

Die STL-Dateien für den Strahler findet man auf der Download-Seite.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert