Zurück aus dem Sturm
Die letzte Saison war nicht gut.
Es ist ein schöner Traum, mit den üblichen Zipperlein steinalt zu werden, um dann eines schönen Tages morgens aufzuwachen und festzustellen, dass man in der Nacht sanft entschlafen ist. Leider funktioniert das Leben nicht so. Alter und Krankheit können sich zu apokalyptischen Reitern auswachsen, die über lange Zeit den Alltag einer ganzen Familie (und die Finanzen) in Schutt und Asche fallen lassen. Luxus in Form von Hobbies ist ein beliebter Kollateralschaden.
Und selbst in den dann viel zu seltenen Momenten der Flucht in die Modellwerft ist der Kopf doch nie frei und die Zeit bis zur nächsten, täglichen Tour zum Familienältesten im Pflegeheim bestimmt den Arbeitstakt.
Kurz nach Werftschluss im Oktober 2026 war es dann vorbei, nach mehr als 2 Jahren langsamen Vergehens. Eine Erlösung, ganz ehrlich gesagt: Für alle Beteiligten, auch wenn das vielleicht herzlos klingt. Wer einen Pflegefall hinter sich hat, wird mir Recht geben.
Der Sturm hat sich gelegt, die See ist wieder ruhig, Wolken gibt es immer am Horizont, aber jetzt kann und muss es wieder weitergehen. Die Regale sind voll von Teilen aus der Erfinderwerkstatt meines Freundes Robert, der den Winter über pausenlos weiter an seinem Kreuzer zugange war und bemerkenswerte Ergebnisse erzielt hat.
Ich muss jetzt erstmal wieder einen Anfang finden. Diese Woche bin ich noch an einem kleinen Umbau meiner Miniwerkstatt, dann kann es losgehen. Die To-do-Liste ist randvoll, die Motivation hoch. Der Kahn muss endlich Wasser unter den Kiel (und nicht in den Maschinenraum) bekommen.
Es geht weiter, jetzt erst recht – herzlich willkommen zur fünften Saison von „Ich baue die Berlin“.